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Bericht über: Abteilung Fußball des „Friedrichshagener SV 1912 e.V.“

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Abteilung Fußball des „Friedrichshagener SV 1912 e.V.“
Johannes Semmelroth, 1. Vorsitzender Abteilung Fußball
Telefon:01 76/78 51 41 54
E-Mail:johannes.semmelroth@fsv1912.de
Website:www.fsv1912.de
Foto von Johannes Semmelroth und 1. Vorsitzender Abteilung Fußball, Abteilung Fußball des „Friedrichshagener SV 1912 e.V.“, FriedrichshagenFoto von Johannes Semmelroth und 1. Vorsitzender Abteilung Fußball, Abteilung Fußball des „Friedrichshagener SV 1912 e.V.“, FriedrichshagenFoto von Johannes Semmelroth und 1. Vorsitzender Abteilung Fußball, Abteilung Fußball des „Friedrichshagener SV 1912 e.V.“, FriedrichshagenFoto von Johannes Semmelroth und 1. Vorsitzender Abteilung Fußball, Abteilung Fußball des „Friedrichshagener SV 1912 e.V.“, FriedrichshagenFoto von Johannes Semmelroth und 1. Vorsitzender Abteilung Fußball, Abteilung Fußball des „Friedrichshagener SV 1912 e.V.“, Friedrichshagen

Rote Karte für Rassismus

Stand: Oktober 2026

Gerade im Sport, wo viele unterschiedliche Menschen zusammenkommen, ist es noch mal besonders wichtig, respektvoll miteinander umzugehen.

Ein Friedrichshagener Verein möchte hier Vorreiter sein und sichtbare Impulse setzen. „Wir sind gerade dabei, etwas umzustrukturieren und Rassismus und Ausgrenzung die ‚rote Karte‘ zu zeigen. Dabei ist es uns ein Anliegen, sowohl die Trainer als auch unsere Spieler und Mitglieder mit einzubeziehen“, beschreibt Johannes Semmelroth als erster Vorsitzender der Abteilung Fußball vom „Friedrichshagener SV 1912 e.V.“ die Mission.

Starke Frauen
Als Breitensportverein sind hier viele Sportarten unter einem Dach vereint. Die Fußball-Abteilung zählt derzeit knapp 550 aktive Mitglieder, die sich in acht Erwachsenen- und 19 Jugendmannschaften aufteilen. Dabei geht die Spanne von vier bis 80 Jahren. Der Verein darf sich zu Recht mit seiner großen Frauenabteilung rühmen. So konnten die Kickerinnen der 1. Frauen schon so einige Erfolge feiern und spielen in der höchsten Liga in Berlin. Die Männer gehen bis in die zweithöchste Liga und sind damit nicht minder aktiv.
„In den letzten Jahren hat sich bei uns einiges getan. Es wurde etwa der Vorstand der Fußball-Abteilung extrem verjüngt und vergrößert. Das gibt gerade dem Nachwuchs die Chance, seine Vorhaben und Ideen umzusetzen. Die meisten unserer Spieler gehören ja eher zur jüngeren Generation“, so der 41-jährige Johannes Semmelroth.

Erste Schritte
„Bei so vielen Mitgliedern auf dem Rasen ist es natürlich schwierig, unangemessenes Verhalten genau im Blick zu behalten“, weiß der Friedrichshagener. Nichtsdestotrotz will er da konsequent bleiben. Erst vor Kurzem wurde ein Workshop im Rathaus zum Thema „Rassismus“ abgehalten. Vor Ort waren neben den Trainern ebenso Spieler und Eltern. Anhand verschiedener Fallbeispiele wurden hier Situationen eruiert. „Wichtig war dabei, zu erkennen, wie jeder Rassismus für sich definiert und wie man damit sowohl auf dem Platz als auch abseits des Spielfeldes umgeht. Einige unserer Ehrenamtlichen sind um die 20 Jahre alt. Da gibt es im korrekten Umgang mit solchen Themen kaum oder wenig Erfahrung. Ein falsches Vorgehen oder gar das Ignorieren durch Unwissenheit kann fatale Folgen haben“, gibt der Abteilungs-Vorsitzende für den Fußball zu bedenken.

Weg vom Klischee
Gerade der Fußball kann ein rauer Sport mit harten Tönen sein. Unangemessenes Verhalten, auf dem Feld gleichermaßen wie auf der Tribüne, ist manchmal kaum zu verhindern. „Wir hatten zum Beispiel in der Vergangenheit mal den Vorfall, dass wir nach einem Pokalspiel von der gegnerischen Mannschaft, die im Übrigen verloren hatte, als Nazis bezeichnet wurden. Das ist nicht nur sehr unsportlich, sondern ebenso rufschädigend. Gerade mit dem Internet kann so etwas ungeahnte Wellen schlagen. Und genau das ist dann leider so passiert. Vor dem Sportgericht konnten wir jedoch alle Anschuldigungen klar widerlegen“, ist Johannes Semmelroth froh über den glücklichen Ausgang. Um da nicht noch einmal in eine Ecke gestellt zu werden, ist es dem Verein umso wichtiger, hier ein klares Signal zu setzen und die „rote Karte“ zu zeigen.

Neue Wege
In seiner inzwischen fünfjährigen Amtszeit als Fußball-Vorsitzender konnte Johannes Semmelroth einiges bewegen. So wurde etwa mit einem riesigen Banner ein Zeichen gegen Rassismus gesetzt. Zudem hat sich der Verein mehr für Nicht-Mitglieder geöffnet. Regelmäßig finden Feste und Veranstaltungen statt.
„Jährlich sind alle, ganz gleich, ob Mitglied oder nicht, unter anderem zu unserem Osterfeuer mit der ‚Freiwilligen Feuerwehr Friedrichshagen‘ und zum Sommerfest willkommen“, lädt Johannes Semmelroth ein, der bereits seit 2008, mit kurzer Unterbrechung, im Verein aktiv ist.
„Mit Erlösen aus Flohmärkten und Spenden würdigen wir durch verschiedene Aktionen unsere Trainer, denn bei uns sind alle Trainer und Co-Trainer ehrenamtlich tätig. Die Energie und Leidenschaft, die diese Menschen in den Verein stecken, ist echt beeindruckend und verdient es, wertgeschätzt zu werden“, freut er sich über das Engagement.

Kooperation mit Studenten
In naher Zukunft wird die Fußball-Abteilung des Friedrichshagener Vereins mit der „Universität Koblenz“ zusammenarbeiten und in einem Studienprojekt untersuchen, wie man mit Rassismus in Vereinen umgehen kann. Dabei werden unter anderem Trainer und Spieler interviewt. Am Ende wird alles von den Studenten wissenschaftlich ausgewertet. „Das Resultat sollten dann klare Handlungsempfehlungen sein. Diese könnten vielleicht ebenso als Leitfaden für andere Vereine dienen“, blickt Johannes Semmelroth nach vorn.

Geflüster auf dem Klo
Als weitere Idee ist in Überlegung, auf dem Sportgelände an geschützten Orten, etwa auf den Toiletten, QR-Codes anzubringen. Diese würden die Möglichkeit bieten, anonym entdecktes Fehlverhalten zu melden. „Jeder, dem etwas auffällt, sollte bei uns einen Ansprechpartner finden, der das Anliegen ernst nimmt“, bekräftigt der erste Vorsitzende der Abteilung Fußball.

Erstellt: 2026